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Selbst Papiertheater spielen

v2019-11-19


Diese Seite ist noch (und schon viel zu lange) in Arbeit.

Fangen Sie einfach an!

Auf dieser Seite versuche ich, ein paar Grundlagen zusammenzufassen, die Ihnen auf dem Weg zu einer ersten eigenen kleinen Theatervorstellung helfen könnten. Die Ideen und Techniken stammen nur zu einem geringen Teil von mir selbst, viele sind von anderen Bühnen und Künstlern abgeguckt oder aus Büchern entnommen. Es handelt sich nicht um Rezepte, die man befolgen muss, sondern um Anregungen, die Ihre eigenen Ideen beflügeln sollen und die Ihnen bestenfalls einige Stunden eigenen Tüftelns ersparen können. Am Ende sind es Ihre Ideen, die zählen und die Ihr Publikum verzaubern sollen! Hier sind ein paar Punkte, die Sie bedenken sollten:

Die eigene Bühne

Papiertheaterbühnen gibt es in unglaublich vielen Formen. Ich habe Bühnen mit einem Bühnenausschnitt von Postkartengröße bis zu 1,5 mal 1m gesehen, gebaut aus Pappe, Holz, Metall oder Kunststoff, transportabel oder fest in einem Raum installiert – kurz, vom Kinderschuhkarton bis zur Miniaturausgabe einer echten Theaterbühne war alles dabei.

Und was ist das wichtigste an Ihrer Bühne? Dass sie fertig wird und dass Sie anfangen können zu spielen! Dazu sollten Sie …

  • … ein Material nehmen, das billig ist (Sie werden die Bühne noch umbauen), …
  • … mit dem Sie handwerklich gut umgehen können (sonst ist der Frust sicher), und
  • … die Größe der Bühne Ihren Möglichkeiten anpassen (sie soll möglichst aufgebaut bleiben können, und sie soll transportabel sein).

Treffen Sie zu jedem dieser Punkte eine Entscheidung. Wenn Sie sich nicht entscheiden können:
Arbeiten Sie mit Pappe, nehmen Sie einen Bühnenausschnitt von ca. 20x30 cm und sehen Sie einen einfachen, flachen Bühnenboden vor. Oder nehmen Sie die Bühne, die ich unter "Selbstbau einer Bühne" beschrieben habe.

Weitere Entscheidungen sind zum Bühnenboden und zur Beleuchtung fällig:

  • Wollen Sie auf einem einfachen, glatten Boden spielen oder einen geschlitzten Boden verwenden, der die Figuren führt und festhält?
    Mehr dazu beim Thema "Figuren".
  • Wo kommt das Licht her? Genügt Ihnen für den Anfang die Raumbeleuchtung (ja!), oder wollen Sie gleich mit elektrischem Licht spielen?
    Mehr dazu beim Thema "Beleuchtung".

Figuren selbst bauen

Die Bauart der Figuren und die Art, wie man sie führt, hängen eng zusammen:

  • Hat die Bühne einen Schlitzboden, sind die Figuren darin sehr einfach zu bewegen und auch abzustellen. Diese Art von Figuren ist sehr beliebt. Allerdings bedeutet diese Methode, dass die Position der Figuren in Richtung der Bühnentiefe festgelegt ist; soll eine Figur mal hinter, mal vor einer anderen stehen, muss man sie zweimal bauen und führen: Einmal in einem Schlitz vor und einmal in einem Schlitz hinter der anderen Figur (sie während des Spiels umzustecken, ist unpraktisch) (Tipp: Die Szene umzuschreiben ist evtl. einfacher, als solche komplexen Spielführungen auszuführen). Jede Figur hat eine horizontale Lasche, die jederzeit seitlich über den Boden der Bühne herausragen muss, damit man sie gut greifen kann. Der Vorteil der Lasche: Man kann daraus Notizen anbringen, z. B. den Namen der Figur, wann sie auftritt und die Nummer des richtigen Schlitzes; man kann sogar Marken anbringen, die einem helfen, die Figur auf der Bühne genau zu positionieren.
  • Hat die Bühne einen glatten Boden, führt man sie auf waagerechten Papp- oder Holzleisten; es gibt auch Metallfüße zu kaufen, die man an stabilen Drähten führt. Die Figur kann sich auf der Bühne sehr frei bewegen, und man kann auf der Führungsleiste leicht Dreh- und Klappmechanismen anbringen. Der Aufwand zum Bauen ist erstmal etwas größer, aber man kann andererseits den gleichen Führungsstab für verschiedene Figuren verwenden. Dass die Figuren frei beweglich sind, stellt auch etwas höhere Anforderungen an den Spieler.
  • Man kann die Figuren auch von oben führen. Das ist sehr einfach zu bauen, hat aber ein paar Nachteile und ist deswegen bei den Theaterspielern etwas aus der Mode gekommen. Die Idee ist, dass die Figuren an einem Stab geführt werden, der nach oben aus der Bühne ragt; ein Draht, aber auch ein Schaschlikspieß genügen. Die Nachteile sind:
    • Man spielt nie alle Figuren gleichzeitig. Um Figuren zu „parken“, muss man sie abstellen oder aufhängen; die Figuren brauchen also einen schweren Standfuß oder einen Haken, den man in Drähte oberhalb der Bühne einhängt.
    • Man muss die Figur vollkommen freihändig führen. Das gibt ihr viel Freiheit auf der Bühne, sie ist aber auch nur schwer präzise zu führen.
    • Der Spieler muss oberhalb der Bühne stehen, d. h. die Bühne muss ziemlich weit unten stehen. Man ist beim Spielen also sehr gut sichtbar und exponiert. Manche stört das, man kann aber daraus auch seinen eigenen Stil mit großer eigener Präsenz entwickeln – man steht ja gewissermaßen ständig wie ein Goliath neben den kleinen Figuren auf der Bühne.
    • Der Stab kollidiert evtl. mit der Beleuchtung im Bühnendach.

Sehr beliebt ist es, wichtigen Figuren zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten zu geben, z. B. sie drehbar zu machen (dazu muss die Figur natürlich doppelseitig sein), ihr Verbeugungen zu erlauben oder Kopf, Arme oder Beine beweglich zu machen. Wendefiguren sind auf Schlitzbühnen nur schwer zu realisieren.

Für weitergehende Aktionsmöglichkeiten, auch in Zusammenarbeit mit den Kulisssen, setzen nur Fantasie und handwerkliche Geschicklichkeit die Grenzen. Ich habe Figuren gesehen, die durch Türen gehen, über Zäune springen oder auf dem Seil tanzen. Tüfteln Sie, machen Sie Experimente! Die Zuschauer bewundern solche Kabinettstückchen sehr.

Die Bühne beleuchten

Kurz zu einigen Begriffen, damit wir uns verstehen:

  • Nach DIN ist die Lampe das eigentliche Leuchtmittel, z.B. die „Glühbirne“, LED oder „der PAR-Spot“. Die Leuchte ist das Gehäuse, in das man die Lampe einschraubt oder einsetzt. Also z. B.: Ich schraube die Glühlampe in die Nachttischleuchte. Muss man nicht wissen, aber ich werde die Begriffe in diesem Sinne verwenden.
  • Thema Energiesparlampen: Vergessen Sie es. Sofort.
    Die Dinger sind technisch bereits überholt (das galt schon 2009, als ich diesen Text das erste Mal geschrieben habe) und für eine Bühne kaum verwendbar (nicht fokussierbar, kaum dimmbar, zu groß).

Frontlicht/Durchlicht/Proszenium/Raum

Bodenscheinwerfer/Frontscheinwerfer/Spots/Lichtpunkte/Spezialeffekte

glühlampen/halos/LED; Taschenlampen; Speziallampen

Tontechnik

Ein großes Wort, aber ein relativ kurzes Kapitel. Zur Auswahl stehen im Großen und Ganzen: Live-Ton (evtl. mit Musikuntermalung asu der Konserve – aber warum sollten Sie sich das Leben so schwer machen, ständig gegen Musik ansprechen zu müssen?), eine vorgefertigte Tonspur, zu der Sie live sprechen, oder eine komplett vorab aufgenommene Tonspur, zu der sie nur noch spielen. Für den Anfang empfehle ich „live“; der Aufwand, eine Tonspur vorzubereiten, ist sehr, sehr groß. Eine feste, stetig ablaufende Tonspur nimmt Ihnen außerdem die Freiheit zum Improvisieren – weil es Ihnen gerade einfällt, oder weil Sie auf die Zuschauer reagieren wollen, oder weil etwas schief gegangen ist. Wenn Ihr Stück und Ihre Tonspur sichtbar auseinanderlaufen, haben Sie verloren.

Toneffekte: Selber machen! Gucken Sie sich Tricks der Geräuschemacher beim Radio oder beim frühen Tonfilm an, sie sind faszinierend und leicht zu improvisieren. Zu erkennen, wie der Ton „gemacht“ wird, macht auch den Zuschauern Spaß!

Ein Tip: Speziell wenn Sie sich entscheiden, komplett im Playback-Verfahren zu arbeiten, dürfen Sie nicht an der Technik sparen. Wiedergabegerät, Verstärker und Lautsprecher sollten sehr gut bis erstklassig sein. Das schönste Stück leidet, wenn der gesamte Ton nur als dumpfes oder schrilles Getöse beim Zuschauer ankommt. Da können Sie noch so gut spielen, der miese Ton ist ständig im Ohr der Zuschauer und stört den Gesamteindruck gewaltig. Diese Überlegung könnte ein Grund sein, doch lieber ganz oder teilweise live zu arbeiten.

Spezialeffekte wie Nebel, Pyrotechnik und Ähnliches sollten Sie vorerst den Profis überlassen; der Aufwand steht oft in einem schlechten Verhältnis zur Wirkung. Man neigt dabei auch gerne zur Übertreibung. Wenn ein Drache Feuer speien soll, muss der Zuschauer erkennen, dass er es tut – dazu ist es aber nicht nötig, dass auf Ihrer kleinen Papierbühne echtes Feuer brennt. Denken Sie sich einfache, pfiffige Tricks aus und vertrauen Sie auf die Fantasie der Zuschauer!

Ein Stück schreiben und aufführen

kommt später