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Kamishibai

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Papiertheater im japanischen Stil

Kamishibai ist eine japanische Form des Papiertheaters, übersetzt bedeutet das Wort "Papierdrama" oder "Papiertheater". Es hat heute eine gewisse Bedeutung in Erziehung und Kunst, war aber ursprünglich mehr eine Art von Werbung- fahrende Süßwarenhändler hatten eine Kamishibai-Bühne auf ihren Verkaufstischen oder -karren montiert und spielten, um ihre kleinen Kunden anzulocken. Den Höhepunkt hatten diese Kamishibai-Theater in den 1930er bis 50er Jahren.


Titelblatt des Buches "Kamishibai Man" von Allen Say (©Allen Say)

Das Kamishibai sieht weniger aus wie eine verkleinerte Theaterbühne, sondern es ist ein Guckkasten, in dem immer ein Bild zu sehen ist, mit dem der Erzähler seine Geschichte illustriert. Das nächste Bild wird sichtbar, wenn das vorige aus dem Kasten herausgezogen wird– man könnte sagen, eine Art Vor-Computer-Variante von Keynote oder Powerpoint.

Ich habe eine Kamishibai-Bühne gebaut, die meine Frau Jutta für eine Märchenvorstellung verwendet hat. Unsere Erzählbühne in Berlin-Steglitz hieß "Der Märchenbrunnen", existiert aber nicht mehr.

Leicht zu bauen

Kamishibai-Bühnen lassen sich leicht selbst bauen; ich habe mich für eine Variante aus Karton entschieden. Die Hauptanforderungen waren leichter und sicherer Transport, Verwendung gängiger Papiergrößen für die Bilder und Vielseitigkeit. Eine Bauanleitung für so eine einfache Bühne können Sie sich gerne von meiner Website herunterladen (PDF, 650 kB).

Als Bildformate sollten 50x35 cm (= 1/4 Kartonbogen der gängigen Größe 100x70 cm) und DIN A3 möglich sein, wobei der sichtbare Teil des Bildes jeweils um einen allseitigen 15-mm-Rand kleiner wäre.
Dazu passend suchte ich eine Transporttasche, weil ich die nicht selbst bauen wollte. Ein Zeichenwarenladen hatte eine preisgünstige Transportmappe (MH-Way, 52x39 cm, Kunststoff-Stegplatten), die passenderweise von dem Japaner Makio Hasuike entworfen wurde.

Der Kasten, in dem sich die Bilder befinden, ist zum Erzähler hin offen. Damit hat man zum einen die Möglichkeit, Notizen von der Rückseite des jeweils hintersten Bildes abzulesen, man kann aber auch mit Durchlicht-Effekten arbeiten. Der Kasten ist für das Bildformat 50x35 cm bemessen. Ein Einsatz sorgt dafür, dass auch A3-Bilder verwendet werden können; dabei zentriert der Einsatz einerseits die Bilder und andererseits deckt er nach vorne den für A3 zu großen "Durchblick" ab.

Als Material wählte ich 2-mm-Finnpappe, überzogen mit dünnem, schwarzen Tonkarton. Durch den Bezug wird die Pappe steif genug. Ohne Bezug wäre die Bauzeit deutlich geringer, aber dann sollte man eine steifere Pappe verwenden (z.B. Fotokarton, Passepartoutkarton, Bristolkarton), die sich dann allerdings etwas schwerer verarbeiten lässt. Gut verarbeitbar sind auch Schaumkartonplatten (KAPA, Foamcore), die man auch gleich anthrazitfarben oder schwarz kaufen kann, allerdings sollte man bei diesen Platten die Kanten einfassen, weil sie sonst schnell unansehnlich aussehen.

Die folgende Bilderserie soll einen Eindruck von der Bühne geben und auch eine Anregung für einen Selbstbau liefern. Ein Klick auf ein Bild zeigt jeweils eine größere Darstellung:

Die Bühne mit einem Bild. Die Bilder werden eigentlich auf Pappe aufgezogen, aber bei den gezeigten Märchenbildern ist das noch nicht passiert, deswegen sehen sie auch manchmal etwas wellig aus.

Auch so kann man die Bühne aufbauen, die Seitenflügel sind durch ein Scharnier aus Buchbinderleinen vollständig klappbar. In dieser Variante grenzen die Seitenteile den Zuschauerraum gewissermaßen ein. Die Front könnte man natürlich noch durch ein Proszenium ergänzen.

Die erste Aufstellungsvariante von hinten, aus der Sicht des Erzählers, ...

… und das selbe für die zweite Variante. Man erkennt den Kasten, in dem die Bilder stecken. Der Erzähler nimmt jeweils das Blatt, das am nächsten zur Front ist, heraus und enthüllt damit die nächste Szene. Bei einer festen Bilderfolge kann er die Rückseiten der Bilder benutzen, um sich Notizen zu machen; das jeweils hinterste Bild trägt dann den Text für das vorderste.

Das Theater ohne Bilder. Man sieht, dass eigentlich sehr wenig Material im Theater selbst steckt, und den Durchblick...

...kann man benutzen, um Bilder von hinten zu beleuchten. Das ergibt einen sehr schönen "Dia-Effekt", funktioniert aber natürlich nur, wenn nur ein einziges Bild im Kasten steckt.

Einige Bilder zu dem argentinischen Märchen "Der Regenbogen und die Vögel". Sie werden, wie gesagt, noch auf Karton aufgezogen.

Zum Transport werden die Seitenflügel vor die Front geklappt.

Der Einsatz zum Fixieren von A3-Bögen...

...passt auch beim Transport in das Theater, auch zusammen mit den Bildern.

So zusammengeklappt...

...kann man das Theater leicht mitnehmen.


Web-Links


Literaturhinweise


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, Version 2011-03-01, letzte Änderung am 2016-02-25